Hinweis

Im Frühling 2020 wurde ich durch den handschriftlichen Eintrag in das Bruderschaftsbuch in die Bruderschaft S. Maria dell’Anima in Rom aufgenommen wurde. Aus diesem Grund sollen hier einige Ausführungen zur Geschichte der Anima-Bruderschaft gemacht werden und auch auf grundsätzliche Fragen betreffend die Aufnahme eingegangen werden.

Geschichte der Bruderschaft

Die Bruderschaft von S. Maria dell’Anima trägt seit über 600 Jahren Sorge für das Päpstliche Institut gleichen Namens, das in einem 1350 gegründeten Hospiz für Pilger aus dem Heiligen Römischen Reich in der Ewigen Stadt wurzelt. Seit 1406 untersteht dieses Institut direkt dem Heiligen Stuhl. Dieses ausserordentliche Privileg gab auch der Bruderschaft einen besonderen Rang. Beim Reichsdeputations-Hauptschluss von 1803 war die Anima das einzige reichsunmittelbare kirchliche Institut, das nicht säkularisiert wurde und seit der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches 1806 und der Neugruppierung seiner Teile bleibt die Anima zusammen mit dem Fürstentum Liechtenstein der letzte existierende Rest des Heiligen Römischen Reiches.

Die Aufgabe der Anima als Hospiz, Zentrum der Pilgerseelsorge und Priesterkolleg war es von Anfang an, die Verbundenheit jener weiten Mitte Europas, die einst vom Heiligen Römischen Reich umfasst wurde, mit dem Heiligen Vater, dem Bischof von Rom und Nachfolger des hl. Petrus, zu fördern. Die Mitglieder der Bruderschaft sollen sich mit dem Päpstlichen Institut von S. Maria dell’Anima verbunden fühlen und nach ihren Kräften dazu beitragen, die Dienste der Anima als Ort der lebendigen Verbindung von Rom mit den Katholiken in der weiten Mitte Europas zu fördern.

Aus der Animabruderschaft heraus wurde auch die Bruderschaft des Campo Santo Teutonico gegründet. Verschiedene Testamente sicherten mit Legaten und Immobilienstiftungen die Animabruderschaft. Eingetragene Mitglieder im Bruderschaftsbuch waren unter anderem Melchior von Meckau, Dietrich von Nieheim aber auch Kaiser Sigismund, Kaiser Friedrich III., Kaiser Karl V. sowie einige Päpste wie Pius X. und Johannes Paul II.

Unter den knapp 200 Mitgliedern sind heute unter anderem Papst Emeritus Benedikt XVI., Gerhard Ludwig Kardinal Müller sowie weitere Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik zu nennen.

Als spezielle Aufgaben stellen sich derzeit dar:

  • Mitsorge für die Erhaltung der Kirche
  • Pflege des Archivs
  • Förderung der Kirchenmusik
  • Seligsprechungsprozess für Papst Hadrian VI.
Aufnahme in die Bruderschaft

Um eine Mitgliedschaft in der Anima-Bruderschaft kann man nicht in herkömmlicher Art und Weise bewerben. Die Mitgliedschaft in der Bruderschaft steht allen ehemaligen Mitgliedern des Priesterkollegs und qualifizierten Persönlichkeiten aus allen Lebensbereichen hin offen. Wegen seiner historischen Wurzeln können nur Personen aus dem Gebiet des Heiligen Römischen Reiches Mitglied werden (Deutsche, Österreicher, Südtiroler, Deutschschweizer, Liechtensteiner, Luxemburger, deutschsprachige Belgier, Flamen und Niederländer).

Quellen

Historische Materialien zur Anima-Bruderschaft in Privatbibliothek

Webseite der Anima-Bruderschaft

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